Reformen im Vatikan: Muss nun auch der Segen daran glauben?

+++Aktuelle Weltpolitik überschattet den päpstlichen Segen+++

Rom – Die Beharrlichkeit und die Bodenständigkeit, mit der Papst Franziskus seine Reformen durchzieht, ist konservativen Klerikern schon lange ein Dorn im Auge. Einzelne Beobachter und Freunde sorgen sich sogar, dass dies einmal ungenießbare Früchte tragen könne, die ihn in die Reihe der früh und mysteriös dahingeschiedenen Kirchenoberhäupter aufnehmen lassen.

Auslöser der unseligen Diskussion: Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán

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Schließlich ist es ein offenes Geheimnis, dass es gerade hinter den gut bewachten Mauern des Vatikan von falschen Freunden, Doktoren und Ränke schmiedenden Widersachern nur so wimmeln soll.

So könnte der nächste Vorstoß in weiten Teilen der Religionsgemeinschaft Entsetzen hervorrufen und als faules Ei im Osternest empfunden werden. Glauben wir der Quelle aus engstem Vertrautenkreis, soll der päpstliche Segen, der sich immerhin seit dem 13. Jahrhundert gehalten hat und Teile einer Ovidschen Formulierung enthält, schon zur Weihnachtszeit umformuliert werden:

Die Tatsache, dass heutzutage mit dem Begriff orbi spontan an Orbán, weit später erst an den lateinischen Begriff für Erdkreis gedacht werde, sei für Franziskus schlichtweg inakzeptabel. Seiner Ansicht nach könne es nicht angehen, dass ein Staatsoberhaupt, der die christlichen Werte mit Stacheldraht einzäunt und mit Fußtritt aus seinem Dunstkreis entferne, ausgerechnet zu hohen Feiertagen Beachtung, sei es auch nur in dieser Form, erhalte.

Dies durchkreuze alle Pläne, dem Ansehen der Glaubensgemeinschaft wieder Auftrieb zu geben und sei unerträglich für jene Menschen, welche das Christ sein noch leben möchten. (Anders als jene, welche ein C lediglich als Namensschmuck tragen, jedoch nur deshalb scheinheilig zur Sonntagsmesse rennen, um mit genügend Gesprächsstoff beim anschließenen Frühschoppen über missliebige Nachbarn und deren Kleidungsstil herfallen zu können.)

Was tatsächlich daran ist an diesem Gerücht, erfahren wir spätestens zu Weihnachten, wenn ein urbi et universo über den Petersplatz schallt.

Bild 1 © Pixabay/CC0 Bild 2 © Europeans People’s Party/Wikimedia/CC2.0

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