Frührentner sitzt auf Zünder von Weltkriegsbombe

+++Ausnahmezustand in Friedrichshain - Polizei sperrt weiträumig ab+++

Berlin/Friedrichshain – Eberhard P. staunte nicht schlecht, als er beim Ausheben eines Grabens in seinem Kleingarten auf eine Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg stieß.

Beim Versuch diese näher zu betrachten, stolperte er jedoch und landete mit seinem Hinterteil direkt auf dem Zündstift der noch gut erhaltenden Bombe. Wird der Stift jetzt noch einmal bewegt, gibt er die Zündung frei und es kommt zu einer Explosion, die den Kleingarten in der Berliner Innenstadt wahrscheinlich bis zur Ostsee fliegen lässt.

Die Polizei hat den Kleingartenverein "Todestreifen" weiträumig abgesperrt

Die Polizei hat den Kleingartenverein „Todestreifen“ weiträumig abgesperrt

„Dieses komische Klicken hat mich stutzig gemacht“, so Herr P. „und ich dachte, es ist wohl besser, mich nicht mehr zu bewegen.“

„Ja, besser ist das!“, so der Sprecher des herbeigerufenen Sondereinsatzkommandos der Berliner Polizei. „Denn wenn der jetzt nur mal kurz eine Pobacke lüftet, gibt’s Matsche.“

Doch genau diese Pobacken sind es nun, die den Spezialisten ihre Arbeit sehr erschweren. Und man geht davon aus, dass es durchaus ein paar Tage dauern kann, bis die Gefahr gebannt ist.

Dabei gibt es vor allem zwei Probleme: Nämlich wie lange es Herr P. aushält seine menschlichen Bedürfnisse im Zaum zu halten und, noch schlimmer, wie lange er noch wach bleiben kann.

Aber da sind glücklicherweise die Gartennachbarn zur Stelle. In einer Blitzaktion hat der Vorsitzende des Kleingartenvereins „Todesstreifen“, der seinen Namen dem Standort an der ehemaligen Berliner Mauer verdankt, die Mitglieder mobilisiert und ein buntes Unterhaltungsprogramm auf die Beine gestellt, welches nun seit nunmehr 18 Stunden ununterbrochen auf einer eigens aufgebauten Bühne auf dem Rasen von Eberhard P. stattfindet.

Dabei begeistern vor allem Friederike und Elisabeth Krummköttel, die Zwillinge aus Parzelle 12. Trotz ihres stolzen Alters von 83 Jahren zeigen sie hier stündlich eine Equilibristik-Performance, bei der Friederike von Elisabeth auf den Fußsohlen durch die Luft gewirbelt wird, wobei beide den Helene Fischer-Hit „Atemlos“ zweistimmig zum Besten geben. Es heißt, es soll davon auch schon einen Livestream im Internet geben.

Neben den Vorstellungen der Krummköttel-Zwillinge, die zu jeder vollen Stunde stattfinden, empfehlen wir vor allem auch den Auftritt von Jockel Grabowski, der mithilfe von 10 Gartenzwergen ein bayrisches Blasorchester imitiert. Einfach köstlich! Da bekommt der Begriff „Kleinkunst“ doch wieder eine ganz neue Symbolik. Grabowski wird heute Abend wieder gegen 19.30 Uhr erwartet.

Ob und wie die Entschärfungsaktion der Berliner Polizei erfolgreich sein wird, berichten wir natürlich so zeitnah wie möglich.

© Bild 1. Pixabay/CC0. 2. Pixabay/CC0.

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2 Kommentare zu Frührentner sitzt auf Zünder von Weltkriegsbombe

  1. Leidgenossen zwischen Krummer Lanke, Reichstag und Gedächtniskirche:
    „Richtich, det Teil jehört nich int Fundbüro!“

  2. Kalle Wumpe, Berlin // 22. Dezember 2014 um 17:22 //

    „Tachchen! Hab det Ding beim Baggan jefun´ – bin vom Bau. Se kieken ja so entjeistat – Se brauchen nich jleich abßuhaun! Ihre Lippen sehn aus, als wollten Se mir jar nich zu Worte komm´lassen. Sonst is wohl bei Ihn´ nischt los im Büro, oda? Rejenschirme un leere Brieftaschen sin doch langweilisch Mann! Soll ick det Ding wieda mitnehm´? Brauchen Se ´n Doktor oda bloß ´n Jlas Wassa?“
    (Aus „Leidgenossen zwischen Krummer Lanke, Reichstag und Gedächtniskirche“)

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